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Inkunabel
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Inkunabel
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Als Inkunabeln oder Wiegen- und Frühdrucke (von lat. incunabula Windeln, Wiege) bezeichnet man in der Buchwissenschaft Druckwerke aus der Frühzeit des Buchdrucks, bis 31. Dezember 1500. In der Grafik| grafischen Kunst werden auch die Einblattholzschnitt| Einblattholzschnitte sowie die frühen Drucke des Kupferstich| Kupferstichs, der Radierung und der Lithografie als Inkunabeln bezeichnet.
Die Bezeichnung Inkunabel bedeutet, dass es sich um Druckwerke handelt, die sozusagen noch in der Wiege liegen.
Sie unterscheiden sich noch nicht sehr von zeitgenössischen Manuskript|handgeschriebenen Büchern, da sie sonst nicht gekauft worden wären und weisen noch oft einen experimentellen drucktechnischen und typographischen Zustand auf.
Man kann zwei Phasen der Inkunabelzeit unterscheiden:
Bis zum Jahr 1480 wurden die Drucke von Hand nachbearbeitet (zum Beispiel wurden Holzschnitte koloriert oder Anfangsbuchstaben nachgearbeitet). Es gab im Setzkasten Zeichen für Abbreviaturen und Ligaturen, um das Aussehen des Druckes dem einer Manuskript|Handschrift anzugleichen und es gab noch kein Titelblatt für das Buch.
Nach dem Jahr 1480 wurde auf Druckpapier gedruckt, die Seiten mussten nicht mehr nachgearbeitet werden. Es wurden weniger Ligaturen und Abbreviaturen, die das Druckhandwerk unnötig erschwerten, verwendet und Titelblätter wurden eingeführt.
Die wohl bekanntesten Inkunabeln sind die Gutenberg-Bibel von 1455 und die 1493 von Anton Koberger gedruckte Schedelsche Weltchronik. Bekannte Inkunabel-Drucker sind unter anderem Albrecht Pfisterer in Bamberg, Günter Zainer in Augsburg und Johannes Mentelin in Straßburg, der dort 1466 die erste Mentelin-Bibel| deutschsprachige Bibel druckte.
Ab dem 1. Januar 1501 gedruckte Bücher nennt man Postinkunabeln.
Inkunabelverzeichnisse
Die erste überlieferte Bibliographie von Inkunabeln ist das zwischen 1640 und 1657 entstandene handschriftliche Verzeichnis "Antiquarum impressionum a primaeva artis typographicae origine et inventione ad usque annum secularem MD deductio" von Bernhard von Mallinckrodt, auf den auch die Bezeichnung Inkunabel zurückgeht. Es blieb unvollendet und verzeichnet über 3.000 selbständige Druckwerke.
Der erste überlieferte gedruckte Katalog einer Sammlung von Inkunabeln, der "Catalogus librorum proximis ab inventione annis usque ad a. Chr. 1500 editorum" der Nürnberger Stadtbibliothek wird erstmals 1643 von Johannes Saubert erwähnt.
Insgesamt gibt es etwa 29.000 verschiedene Wiegendrucke, die in einer Gesamtzahl von rund einer halben Million Exemplaren bis zu uns gekommen sind.
Sämtliche Drucke des 15. Jahrhundert|15. Jahrhunderts (mit Standortnachweisen) werden in alphabetischer Reihenfolge im Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW) verzeichnet, der seit 1925 im Hiersemann Verlag erscheint. Bisher liegen 10 Bände vor, Bd. 11 in Vorbereitung. Damit werden die Buchstaben A-H vollständig verzeichnet sein. Die Redaktion des GW erfolgt in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, die inzwischen auch eine Datenbank (mit Zugriff auf die bisher im Druck noch nicht veröffentlichten Materialien) erstellt hat.
Die Inkunabeln des deutschen Sprach- und Kulturraums fallen im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke in den Aufgabenbereich der Bayerische Staatsbibliothek|Bayerischen Staatsbibliothek.
Die Bibliothek erarbeitet dazu einen eigenen Inkunabelkatalog sowie den Inkunabel-Census für die Bundesrepublik Deutschland. Außerdem arbeitet sie am internationalen Incunabula Short Title Catalogue (ISTC) mit und führt für Einblattdrucke die Datenbank Einblattdrucke der Frühen Neuzeit.
Aufbauend auf den oben genannten Ressourcen ist seit Mitte des Jahres 2005 die Verteilte Digitale Inkunabelbibliothek online, in welcher gut 1.000 Inkunabeln aus den Beständen der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln sowie der Herzog August Bibliothek als Digitalisate vorliegen.
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