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Bibliografie




Bibliografie

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Eine Bibliografie auch Bibliographie (Griechische Sprache|griech. für „Bücherbeschreibung“, früher auch Bibliognosie oder Bibliologie) ist ein eigenständiges Verzeichnis von Literaturnachweisen bzw. die Erstellung oder die Lehre von der Erstellung eines solchen Verzeichnisses. Früher war Bibliografie auch als Ausdruck für die Bücherkunde allgemein üblich. Während die Monografie eine vollständige Abhandlung über einen Gegenstand beinhaltet, liefert die Bibliografie eine vollständige Übersicht der Literatur zu einem Gegenstand unter einem bestimmten Auswahlkriterium. Die Zusammenstellung der Titel kann je nach Zweckmäßigkeit alphabetisch, systematisch oder auch chronologisch sein, wobei auch der Wert der Titel berücksichtigt werden kann. Bibliografien die als Teil eines anderen Werkes darin verwendete Literatur nachweisen, werden eher als Literaturverzeichnis bezeichnet.

Anwendung und Formen
Bibliografien sind ein unerlässliches Hilfsmittel in der Wissenschaft und zur Erschließung (Dokumentation)|Erschließung von Literatur zum Beispiel in Bibliotheken (dort gesammelt in Form von Bibliothekskatalogen). Im Gegensatz zu klassischen Bibliothekskatalogen verzeichnen Bibliografien aber auch unselbständige Literatur, d.h. Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelbänden, die anders häufig nicht zu ermitteln sind.

Je nach Inhalt unterscheidet man zwischen Allgemeinbibliografien und Fachbibliografien, da sie immer einem ganz konkreten Zweck ausgerichtet sind. Das kann ein inhaltliches Thema sein (Gesamtliteratur eines Fachgebietes, Thematisches Gesamtverzeichnis), aber z.B. auch der Erscheinungsort (Nationalbibliographie, Universitätsschriften etc.).

In einer Nationalbibliografie werden die gesamten Publikationen eines Landes verzeichnet. Sie wird in der Regel von der Nationalbibliothek eines Landes erstellt. Die Deutsche Nationalbibliografie wird von der Die Deutsche Bibliothek|Deutschen Bibliothek erstellt und ist die größte Datensammlung deutschsprachiger Literatur.
Sie erfasst alle eingesandten Pflichtexemplare der Veröffentlichungen in Deutschland und im Ausland erschienene deutschsprachige Veröffentlichungen.
In Österreich gibt es die Österreichische Nationalbibliografie und in der Schweiz das Schweizer Buch. Nationalbibliographien erscheinen meist in Jahresbänden, heute auch komplett auf CD-Rom.

Daneben gibt es solche Verzeichnisse auch für bestimmte Zeitabschnitte.

Eine besondere Gattung stellen die periodisch erscheinenden Verzeichnisse dar, die für fast jedes Land bestehen. Die ersten derartigen Verzeichnisse entstanden in Deutschland, Frankfurter Meßkatalog (1564-1749) und Leipziger Meßkatalog (1594-1860), später die Allgemeine Bibliographie von Hinrichs (1842), seit 1893 unter dem Titel: Wöchentliches Verzeichnis der erschienenen und der vorbereiteten Neuigkeiten des deutsche Buchhandels.

Siehe auch Landesbibliographie|Landes- und Regionalbibliografien

Bibliografien in Datenbanken und Katalogen

Zum Verzeichnis der Literatur in einer Bibliografie mit Hilfe von Metadaten existieren in der Regel Standards (Regeln für die alphabetische Katalogisierung|RAK, AACR, ...) und Datenformate (MARC, MAB, Dublin Core, BibTeX, ...).
Für den privaten Gebrauch gibt es zur Erstellung und Verwaltung von Bibliografien verschiedene Literaturverwaltungsprogramme (in der Wikipedia ist eine solche Funktion bisher nicht vorhanden). Neben der Arbeit von Bibliotheken und Autoren werden Bibliografien in bestimmten Bereichen auch gemeinschaftlich von Privatpersonen erstellt - beispielsweise der Comic Guide und die CD-Titeldatenbank freedb. Diese Datenbanken werden jedoch oft nicht direkt als Bibliographien bezeichnet - auch weil sie nur selten bibliothekarischen und wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Der Bibliothekskatalog|Katalog einer Bibliothek (OPAC) ist eigentlich die Bibliographie der Bibliothek, wird aber nicht als solche bezeichnet, da er nur die in der jeweiligen Bibliothek vorhandene Literatur verzeichnet. Ausnahmen sind gedruckte Bestandsverzeichnisse von Bibliotheken, die man wiederum als Bibliographie bezeichnen könnte.

Die International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) hat 1998 mit den Functional Requirements for Bibliographic Records ein Datenmodell zur Strukturierung von bibliographischen Datenbanken vorgestellt, das vier grundlegende Entitäten definiert:

* work - eine geistige oder künstlerische Schöpfung (zum Beispiel Goethes Faust)
* expression - eine Realisierung einer Schöpfung durch Herausgabe, Bearbeitung, Übersetzung etc. (zum Beispiel eine gelesene Version von Goethes Faust)
* manifestation - eine physische Umsetzung einer expression (zum Beispiel eine konkrete Hörbuchausgabe)
* item - ein einzelnes Exemplar einer manifestation (zum Beispiel eine konkrete CD)

Siehe auch
* Analytische Bibliographie
* Literaturangabe - Hinweise zur Technik des (richtigen) Zitierens.
* Bibliometrie
* Wikipedia:Literatur
* BibTeX, AMS-LaTeX#amsrefs|amsrefs
* Zu Copyright siehe bei Quellenangabe
* Literaturverwaltungsprogramm
* Literaturdatenbank
* Literaturverzeichnis

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